Mittwoch, 21. Dezember 2011

Harvard Professor Greg Mankiw lehrt einen Geldmultiplikator

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Da fragt man sich immer wieder, wer diesen Unsinn noch heute verbreitet, und dann stößt Bill Mitchell auf das Buch eines berühmten Professors in Harvard, der seinen Studenten allen Ernstes diesen Unsinn lehrt. Es geht also um die Geschichte vom angeblichen Geldschöpfungsmultiplikator, nach der die Banken aus eingezahlten $100 bei einem Reservesatz von 10% angeblich $1000 Dollar an Kredit machen würden. Zitate von Greg Mankiw zu diesem Unsinn:

The amount of money that the banking system generates with each dollar of reserves is called the money multiplier. In this imaginery economy, where the $100 of reserves generates $1,000 of money, the money multiplier is 10.
Principles of Economics (First Edition), Chapter 27 The Monetary System, pages 600-602 Zitiert nach Billy Mitchell Mainstream macroeconomics textbooks do not impart knowledge

Natürlich weiß Greg Mankiw auch, dass die Geldschöpfung heute jedenfalls so nicht funktioniert. Aber sie habe früher so funktioniert, nämlich zur Zeit der First National Bank, als die Leute auf ihr Bankkonto noch Gold- oder Silbermünzen einzahlten. Ob das seinerzeit wirklich so funktioniert hat, wäre erst noch die Frage, denn aus dieser Zeit des US-Bankensystems sind wilde Geschichten bekannt. Jedenfalls nützt es dem Verständnis der Studenten heute gar nichts, im Gegenteil, es sorgt wieder für falsche Vorstellung, dass die Banken das von Kunden eingezahlte Geld (nach Abzug des Reservesatzes) erneut verleihen würden. Diese Vorstellung ist aber bei fiat money grundsätzlich völlig falsch. Greg Mankiw behauptet das Gegenteil:

Now we understand how the fractional-reserve banking system works, we are in a better position to understand how the Fed carries out its job. Because banks create money in a system of fractional-reserve banking, the Fed’s control of the money supply is indirect.

Bill Mitchell kritisiert dann die falschen Vorstellungen der Studenten, die sich mit Hilfe solcher Lehrbücher verbreiten. Noch immer glauben viele Leute im angloamerikanischen Raum, dass wir auch heute ein "fractional-reserve banking system" hätten. Bill Mitchell über die falschen Vorstellungen der Studenten:

From this much exposition the students (bright or otherwise) will consider the following key propositions to being key parts of their newly gained knowledge about the monetary system.

1. Banks wait for depositors to deposit funds which they then put in their vaults as reserves.

2. These deposits then provide the reserves that banks then lend out for profit.

3. The bank cannot lend if it doesn’t take in deposits (notwithstanding the messy discussion about discount rates).

4. In a fractional-reserve banking system, the money supply is a multiple of the reserves with the causality flowing from reserves to money supply.

5. Reserve requirements whether voluntary or enforced by the central bank restrict the capacity of the banks to lend (and hence create money).

6. The central bank controls the money supply by changing the quantity of reserves in the system.

Lauter falsche Vorstellungen, die immer wieder dazu führen, dass die Leute nicht begreifen, dass das Bankensystem heute ganz einfach jede Krise durch expansive Kreditpolitik beenden kann!

Weiterlesen bei Bill Mitchell

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