Ein wichtiger Artikel von Dr. Luigi Ambrosi, der in Mailand an der Universität von Kalabrien Geschichte lehrt.
Mit der Hinrichtung Gaddafis und der Besetzung Libyens unter Zuhilfenahme der Marionettenregierung des Übergangsrates endet zunächst eine weitere imperialistische Operation der Hauptmächte des früheren Kolonialismus.Geostrategische Anmerkungen zur Besetzung Libyens – 1 9.11 .2011
Das gesamte Bündnis der westlichen Sieger im 2.Weltkrieg (USA, GB, Frankreich) findet sich wieder vereint, um sich die Ressourcen eines souveränen Staates einzuverleiben. Einige geopolitischen Anmerkungen sind dazu angebracht.
Dabei verstehe ich unter Geopolitik die Analyse der internationalen Kräfteverhältnisse. Obwohl frühere historische Ereignisse (vom Wiener Kongress bis zur Konferenz von Jalta) es nahelegen sollten, geopolitischen Zusammenhängen besondere Aufmerksamkeit zu widmen, werden sie in den Analysen noch nicht angemessen berücksichtigt.
Erste Anmerkung: Die „Rückeroberung“ Libyens bedeutet einen Sieg der Nato und des westlichen Imperialismus auf internationaler Ebene.
Eine sehr gut geschriebene Analyse. Nur ein Bezug zu Keynes im Zusammenhang mit dem Kriegskeynesianismus ist Käse. Mit Keynes lässt sich jede Konjunktur auch ganz friedlich ankurbeln. Seine Feinde, vor allem die Marxisten, haben dagegen immer wieder verbreitet, dass die Ankurbelung der Ökonomie angeblich nur mit Krieg möglich wäre. Das ist absoluter Unsinn, wird aber oft nachgeplappert oder indirekt suggeriert, wie hier wieder:
Die Devise heißt: einen Konkurrenten oder Feind zerstören, um wieder aufbauen (Keynes) zu können. Mit dem Libyenkrieg hat auch Europa diese Strategie übernommen: Libyen musste erleben, wie seine Infrastruktur bei 20.000 Bombenangriffen zerstört wurde.
Wie der Irak wurde es hinsichtlich seiner Infrastruktur um 20-30 Jahre zurückgeworfen.
Jetzt werden westliche Unternehmen mit den beschlagnahmten staatlichen libyschen Geldern und Mitteln aus der Plünderung seiner Rohstoffe den Wiederaufbau übernehmen.
Sonst ist das ja alles richtig dargestellt, nur dem guten Keynes darf man die Strategie des (Wieder-)Aufbaus durch Zerstörung nicht anlasten. Entsprechende Stellen in seinem Werk (Löcher graben und wieder zuschütten) waren von ihm ironisch und zynisch in Bezug auf die Blödheit der Politiker gemeint. Aber doch nicht ernst zu nehmen!
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