Dienstag, 18. Oktober 2011

Eine vergiftete Idee von Lucas Zeise

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Lucas Zeise ist Finanzkolumnist der Financial Times Deutschland und hat für seine vergiftete Idee zur "Sanierung" der verschuldeten Staaten Europas die linke "Junge Welt" gewählt. Ein kurzer Blick auf seine Idee, einen Schuldenschnitt für alle Staatsanleihen aller europäischen Staaten vorzunehmen, lässt den Leser den Atem anhalten:

Ausgangspunkt könnte eine Umschuldung nicht nur Griechenlands, sondern aller Staaten im Euro-Gebiet sein. Damit würden alle bestehenden Schulden dieser Staaten in neue Papiere mit einem Abschlag von vielleicht 30 oder 50 Prozent getauscht. Die Höhe des Abschlags ist weniger wichtig. Essentiell dagegen ist es, in Schuldpapiere mit für alle Einzelstaaten gleichen Konditionen zu tauschen, deren Bedingungen nicht am Markt gefunden, sondern von den Regierungen einseitig festgelegt werden, zum Beispiel einen Prozentpunkt über der Inflationsrate.

Ein solcher Schuldenschnitt würde das Finanzsystem sofort zusammenbrechen lassen. ...
Aufgeblähter Finanzsektor

Nicht nur das Finanzsystem: Die gesamte Ökonomie der Eurostaaten würde allein schon nach dem Bekanntwerden dieser Idee und dem ersten Verdacht, dass unsere mindestens ebenso bescheuerten wie verräterischen verantwortlichen Politiker diese Idee tatsächlich umsetzen wollten, mit einem Zinssatz von zwanzig bis dreißig Prozent(!) auf die kurzfristigen Anleihen leben müssen.

Wie kann man den Zinssatz für die Anleihen durch die Decke jagen, ohne dass die Notenbank die Zinsen anhebt und sich als Urheberin der folgenden Katastrophe schuldig macht?

Ganz einfach: Man braucht nur öffentlich über einen "Schuldenschnitt" oder in Neudeutsch "Haircut" für die Anleihen zu diskutieren. Schon wären mit dieser Idee von Lucas Zeise auch die bis dahin bestens bewerteten deutschen Anleihen auf Ramsch mit einem entsprechenden Kurs und Zinssatz abgestuft.

Wir müssen allerdings offensichtlich mit allem rechnen, was den Leuten der City of London und der Wallstreet für die Euroländer noch so alles einfallen könnte. Das dürfen dann die "linken" Blätter erst einmal unter das Publikum streuen.

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